Otto Stockmayer aus "Die Gnade ist erschienen"

Mit Christus gestorben und auferstanden

 

So wir aber samt ihm gepflanzt werden zu gleichem Tode, so werden wir auch seiner Auferstehung gleich sein. Römer 6,5

 

Wie oberflächlich wird doch oft die Bekehrung aufgefasst! Bekehrung ist nicht das Ablegen einiger schlimmer Gewohnheiten und Sünden, sondern Bekehrung ist ein Begrabenwerden, ein Sterben und Auferstehen mit Christus, eine totale Umgestaltung unseres Wesens, ein Hinausziehen aus der alten Welt. Das Kind der Welt lebt für sich selbst, das Kind Gottes lebt für Gott. Das ist ein gewaltiger Unterschied. Der Mensch hat, seitdem er gefallen ist, sein eigenes Ich zum Mittelpunkt gemacht, um den sich bei ihm alles dreht. Das Ideal, die Würde, die Poesie, die Herrlichkeit des bekehrten Menschen besteht darin, für seinen Gott zu leben.

 

Nur durch den Glauben gelangt der Mensch zur Bekehrung und Rechtfertigung. Der Glaube macht, wie es in Vers 5 wörtlich heißt, den Menschen zu einer Pflanze mit Christus. Er (d.h. der Glaube) ist die Antwort von seiten des Menschen auf die Erlösungstat der Liebe Jesu Christi; das alte Wesen ist aufgehoben, und nie wieder wirst du der alte Mensch, denn der ist in Christus gekreuzigt. Nie, sage ich, wirst du der alte Mensch wieder, der du gewesen bist, selbst wenn du wieder zurückgehst. Aber wehe dir, wenn du deinen Glauben verleugnest!

 

Der Grund unserer Seligkeit liegt nicht in uns, weder in unseren Gedanken noch in unseren Empfindungen, sondern er liegt unantastbar für alle Ewigkeit in Christus Jesus, unserem Herrn, und in seinem vollbrachten Erlösungswerk auf Golgatha. Durch den Glauben haben wir unser Todesurteil anerkannt und unterzeichnet und unsere Sache zu der unseres Heilandes gemacht. Mit allen Fasern unseres Lebens sind wir herausgerissen aus dem alten Sündenboden und ins neue Leben versetzt worden. Unserem Sündenleib ist im Leib Jesu Christi der Prozess gemacht worden, und er ist getötet.

 

Wir aber sind nicht im Tod geblieben, wir haben den Sündenleib wieder aufleben lassen durch Unglauben; unsere Stellung zu Gott zeigte nicht immer die rechte Treue und das unbedingte Vertrauen, und deshalb sind wir wieder gefallen. Gestorben, begraben, getötet waren wir dem alten Wesen nach; aber wir sind wieder hinabgestiegen in die alte Welt, und der Sündenleib ist wieder lebendig geworden.

 

Unsere Glaubensstellung, die wir in der Rechtfertigung einnahmen, muss konsequent durchgeführt werden durch unser ganzes Leben. Die Macht dazu ist vorhanden; sie liegt begründet in dem vergossenen Blut unseres Heilands. Wenn du unter diesem Blut einhergehst, dann schreckt die Hölle zurück, und der Teufel muss fliehen. Ja wahrlich, das Blut Christi ist keine Philosophie, die irgendwo eine Lücke hat und womit man nicht weiterkommt. Im Glauben an die Kraft dieses Blutes sind wir mit Christus am Kreuz gestorben, und in der Kraft unserer neuen Natur scheiden wir nun aus, was sich von der Eitelkeit der Welt bei uns einstellen will, und halten uns frei von Sünde.

 

Es gibt eine Freiheit aus dem Gestank und dem Modergeruch der Sünde heraus. Gott sei Dank! Ich darf jetzt mit Jesus gehen, ich darf nur Jesus dienen und ihm leben. Das ist rechte, biblische Nüchternheit, das ist gesunde Lebensanschauung. Wir sind mit Jesus verbunden und er mit uns. Ohne Jesus wären wir Karikaturen.

 

Andacht zum 14. April